Immer- und wintergrüne Farne

Kaum jemand möchte freiwillig ein Schattendasein fristen! Wir würden ziemlich schnell krank werden mit wenig oder ganz ohne direkte Sonne. Unserem Schöpfer sei dank, dass wir Beine haben und uns vom Schatten in die Sonne begeben können und umgekehrt. Ganz anders ist das im Pflanzenreich. Der Bewegungsspielraum ist stark begrenzt. So hat sich ein Heer von lauter Spezialisten gebildet.

Polystichum setiferum 'Proliferum' Foto © PlantaPro
Polystichum setiferum 'Proliferum' Foto © PlantaPro

Unter den Schattenbewohnern nehmen die Farne eine wichtige Rolle ein. Langlebig, anspruchslos und ganz ohne Starallüren, zählen sie zu den wichtigsten Strukturpflanzen in diesem Lebensbereich. Die immer- und wintergrünen Farne rücken im Herbst und Winter noch stärker ins Rampenlicht, also Vorhang auf!

Die Begriffe "immergrün" und "wintergrün"

Beide Wörter beziehen sich auf die Blätter. Ob die Blätter eintrocknen und braun werden oder grün bleiben, die Pflanze im Ganzen wird jeden Winter problemlos überstehen. Farne können als sehr robust bezeichnet werden.
Den Begriff "immergrün" erklärt das Wort gleich selber: 365 Tage im Jahr grün. Einzig extreme Wetterkapriolen, wie aussergewöhnliche Trockenheit im Winter oder im Sommer können auch für die immergrünen Farne, wie für alle anderen Pflanzen, zum Problem werden.
Beim Begriff "wintergrün" ist die Pflanze stark von der Gunst des Wetters abhängig. Dass heisst früher oder später im Spätherbst respektive Winter wird dieser Farn braun. Im Frühjahr treibt er dann wieder frische Blätter. Wie lange eine wintergrüne Farnpflanze wirklich grün bleibt, ist also vom Wetter abhängig. Bei kaltem und trockenem Winterwetter ist die Luftfeuchtigkeit sehr tief. Die grünen Blätter verdunsten aber nach wie vor Flüssigkeit. Wenn nun das Bodenwasser noch gefroren ist und keine schützende Schneeschicht auf der Pflanze liegt, vertrocknen die Blätter regelrecht. Die Pflanzen haben keine Möglichkeit den Flüssigkeitsverlust durch die Verdunstung wieder zu kompensieren. Die Folge sind braune Blätter. Starker, kalter Wind (z.B. Bise) beschleunigt dieses Vertrocknen der Blätter noch zusätzlich.

Standort und Verwendung

Die meisten Farne lieben einen frischen, feuchten und humosen Boden im Schatten oder Halbschatten. Einige Farne, wie der Rippenfarn (Blechnum spicant) verlangen sauren Boden und sind so ideal für das Moorbeet.
Besonders gut lassen sich Farne in naturnahen Pflanzungen verwenden. Unter Bäumen in Kombination mit anderen schatten- oder halbschattenliebenden Stauden kommen sie wunderbar zur Geltung. Sie sollten leicht verstreut oder in lockeren Gruppen gepflanzt werden. So ist die Wirkung am Besten. Die immer- und wintergrünen Farne stechen im Spätherbst und Winter besonders hervor. Ein kräftiges Grün ist in der kalten Jahreszeit Mangelware und so kommt es oft zu den schönsten Farbspielen.
Übrigens, Farne lassen sich auch sehr gut in Trögen und grösseren Töpfen verwenden, entweder dauerhaft oder als saisonaler Balkonschmuck während dem Spätherbst und Winter.

Pflanzung und Pflege

Die meisten Farne benötigen einen feuchten, nicht zu trockenen Boden. Doch ein schlechter Wasserabzug ist auch für Farne nicht gut. Deshalb sollte der Boden gut und tiefgründig gelockert werden. Es lohnt sich, den Boden mit Torfersatz oder Kompost aufzubessern und so für die Pflanzung vorzubereiten. Sind die Pflanzen einmal angewachsen, sind Farne äusserst anspruchslos und dauerhaft. Zwischen den Farnen sollte nicht gehackt werden. Besser ist dafür zu sorgen, dass der Boden immer bedeckt ist und somit schön locker bleibt. Als Bedeckung eignen sich sehr gut Bodendeckerstauden, wie zum Beispiel die Golderdbeere (Waldsteinia ternata) oder das Immergrün (Vinca minor). Aber auch eine Mulchschicht, z.B. mit Kompost sorgt für einen lockeren Boden. Ganz entgegen ihrem filigranen Aussehen gehören Farne zu den pflegeleichtesten und langlebigsten Pflanzen überhaupt. Mit jedem Jahr werden die Farne grösser und üppiger.

Keine Regel ohne Ausnahme!

Es gibt sie auch im Pflanzenreich, die Querulanten, die um jeden Preis aus der Reihe tanzen müssen. Bei den immergrünen- und wintergrünen Farnen trägt er den Namen Streifenfarn (Asplenium trichomanes). Er ist wintergrün, liebt aber, im Gegensatz zu den übrigen Farnen, sonnige, trockene Steingärten und besiedeln bevorzugt Trockenmauern. Selbst kleinste Steinfugen kann er begrünen! Diese Art wird kaum grösser als 10 cm. Bleibt einzig die Anspruchslosigkeit, die er mit den übrigen Farnen gemeinsam habt. Einmal angewachsen, kann man den Streifenfarn glatt vergessen!

Polystichum setiferum 'Proliferum' 
Foto © PlantaPro
Polystichum setiferum 'Proliferum'
Foto © PlantaPro

Standort

Schattig bis halbschattig

Verwendung

Für Gefäss geeignet

Asplenium scolopendrium 'Cristatum'
Asplenium scolopendrium 'Cristatum'
Polystichum setiferum 
'Plumosum Densum' Foto © PlantaPro
Polystichum setiferum
'Plumosum Densum' Foto © PlantaPro
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