Die Gattung Anthemis bringt mit ihren margeritenähnlichen Blüten Licht und Heiterkeit in den Garten. Ob als niedrige Polsterstaude im Steingarten, als leuchtender Farbtupfer in Rabatten oder als alte Färberpflanze – die Hundskamillen und Färberkamillen sind vielseitig, robust und seit Jahrhunderten geschätzt.
Ihre fein gefiederten Blätter, ihr frischer Duft und die lange Blütezeit machen sie zu beliebten Begleitern in naturnahen wie klassischen Pflanzungen.
Anthemis arvensis – Ackerhundskamille
Die Ackerhundskamille ist eine heimische Wildstaude, die an offenen, nährstoffreichen Standorten vorkommt. Mit ihren weissen Blüten wirkt sie zart und natürlich. Sie bevorzugt frische bis feuchte Böden und ist eine wertvolle Bienenweide, die sich durch Selbstaussaat zuverlässig erhält.
Anthemis carpatica ‘Karpatenschnee’ – Karpaten-Hundskamille
‘Karpatenschnee’ bildet niedrige Polster und trägt zahlreiche weisse Blüten, die schon im Mai erscheinen. Ihr fein geteiltes, graugrünes Laub bleibt auch im Winter attraktiv. Sie eignet sich hervorragend für Steingärten, Pflanzgefässe und Wildstaudenflächen und ist langlebig und insektenfreundlich.
Anthemis hybrida ‘Kelwayi’ – Hundskamille
Diese Sorte blüht leuchtend goldgelb und erinnert an kleine Margeriten. ‘Kelwayi’ bevorzugt sonnige, trockene Standorte mit kalkhaltigem Boden. Sie wächst horstartig und ist mit ihrer langen Blütezeit ein Blickfang in Rabatten und Bauerngärten.
Anthemis hybrida ‘Wargrave’ – Hundskamille
‘Wargwave’ beeindruckt mit grossen, blassgelben Blüten, die einen zarten Duft verströmen. Nach einem Rückschnitt im Sommer zeigt sie oft eine zweite Blüte. Sie wächst kräftig, horstartig und ist ideal für sonnige Rabatten, Wildgärten oder als Schnittblume.
Anthemis marschalliana – Bergkamille
Die Bergkamille ist schon ausserhalb der Blüte ein Schmuckstück: Ihr silbrig-weisses, fein gefiedertes Laub sorgt für Struktur und Glanz im Beet. Ab Juni erscheinen die gelben Blüten, die leuchtende Kontraste setzen. Sie bevorzugt durchlässige, nährstoffreiche Böden und eignet sich für Rabatten und den Schnitt.
Anthemis tinctoria – Färberkamille
Die Färberkamille ist eine alte Kulturpflanze mit goldgelben Blüten, die von Juni bis September erscheinen und leicht duften. Sie wurde über Jahrhunderte zum Färben von Wolle und Stoffen genutzt. Heute ist sie ein Klassiker für Bauerngärten und sonnige Rabatten. Sie liebt trockene, magere Böden und ist langlebig und hitzetolerant.
Alle Anthemis-Arten sind Sonnenkinder. Sie gedeihen am besten auf durchlässigen, eher trockenen Böden. In Rabatten bringen sie mediterranes Flair, in Steingärten fügen sie sich harmonisch ein. Als Begleiter in Naturgärten sind sie wertvolle Insektenmagneten, die über Wochen hinweg Bienen und Schmetterlinge anlocken. Auch für Schnittzwecke eignen sich einige Arten.
Am richtigen Standort sind Anthemis unkompliziert. Sonnige Lagen und trockene, durchlässige Böden sind ideal. Verblühte Blüten sollten regelmässig entfernt werden, um eine lange Blühdauer zu fördern. Ein Rückschnitt nach der ersten Blüte sorgt oft für einen zweiten Flor. Im Herbst zieht die Pflanze ein, ein kompletter Rückschnitt unterstützt den Austrieb im Frühjahr. Ältere Horste können geteilt und neu gepflanzt werden, um die Vitalität zu erhalten.
Die Gattung Anthemis verbindet Zierwert und Kulturgeschichte. Während die Färberkamille jahrhundertelang als Färberpflanze genutzt wurde, begeistert die Bergkamille mit ihrem silbrigen Laub selbst ausserhalb der Blüte. Alle Arten zeichnen sich durch ihre Anpassungsfähigkeit aus und bringen Farbe an Standorte, die anderen Pflanzen zu trocken wären.
Die Färberkamille (Anthemis tinctoria) war im Mittelalter eine der wichtigsten Färberpflanzen. Ihre Blüten lieferten leuchtend gelbe Farbtöne, die in alten Kräuter- und Färberbüchern von Hieronymus Bock (1539) und Leonhart Fuchs (1543) beschrieben sind.
Die Bergkamille (Anthemis marschalliana) ist nicht nur eine Blühstaude, sondern auch eine Strukturpflanze: Ihr silbrig-weisses Laub glänzt im Sonnenlicht und macht sie schon vor der Blüte zu einem Blickfang.
Mai bis September
(je nach Art und Sorte)
15–70cm
Sonnig
Durchlässig, eher trocken, kalkverträglich