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Rotbuche – Fagus sylvatica

Die pflegeleichte Rotbuche ist ein beachtlicher Baum von überwältigender Schönheit. Die in der Sonne grüngolden, schimmernden Blätter werfen einen angenehmen Schatten, der im Sommer zum Verweilen einlädt.
Auch als Heckenpflanze und Formgehölz ist die Rotbuche ein sehr beliebtes Gehölz und äusserst schnittverträglich.
Unter den vielen Sorten der Rotbuche findet jeder Gartenliebhaber das geeignete Exemplar für seinen grossen oder aber auch kleinen Garten. 

Herkunft

Die in weiten Teilen Europas heimische Rotbuche (Fagus sylvatica) ist eine von 10 Arten aus der Gattung der Buchen (Fagus) und gehört zur Familie der Buchengewächse (Fagaceae).
Der Laubbaum, auch unter dem Namen Gemeine Buche, Waldbuche oder im Volksmund Buche bekannt, wurde während der letzten Eiszeit (Würm) aus Mitteleuropa verdrängt. Im Mittelmeerraum überlebte die Rotbuche und begann das europäische Verbreitungsgebiet vor etwa 10'000 Jahren zurückzuerobern. Heute erstreckt sich das natürliche Verbreitungsgebiet des Gehölzes in Europa von Südskandinavien bis Sizilien. In unseren Breitengraden kommt die Pflanze bis in Höhenlagen von 1'000 m vor.
Mittlerweile gibt es viele Sorten der Rotbuche, die in Parks und Gärten als Ziergehölz verwendet werden. Die Kulturformen unterscheiden sich in der Laubfarbe, der Blattform oder der Wuchsform.
Die Bezeichnung Rot im deutschen Namen bezieht sich auf die leicht rötliche Färbung des Holzes. Bei vielen Ortschaften war die Buche Namensgeber. So gibt es Ortschaften wie zum Beispiel Buchberg, Schönenbuch, Buch am Irchel oder Buochs.

Aussehen

Die Rotbuche ist ein sommergrüner, imposanter Baum und kann bis 300 Jahre alt werden. In freier Natur wird das Gehölz bis zu 35 m hoch und breit und kann im Alter einen Stammdurchmesser von bis zu 2 m aufweisen. Eine breit ausladende, gewölbte und mächtige Krone zeichnet die Wuchsform des stattlichen Baumes aus.
Der Stamm ist mit einer glatten Rinde ummantelt, welche von grauer Farbe ist. Verschiedene Arten von Spechten wie zum Beispiel der Bundspecht bauen ihre Nisthöhlen im Stamm der Rotbuche.
Das glänzende, satt dunkelgrüne Blatt hat eine ovale bis eiförmige Form mit einem gewellten Blattrand und wird 4 bis 10 cm lang. Beim Austrieb ist das junge Blatt leicht behaart. Im Herbst trägt die Rotbuche ein gelb bis orangebraunes Laubkleid. Das Laub bleibt teilweise den Winter über haften. Dieser Rest fällt mit dem Anschwellen der Knospen im Frühling ab.
Die essbaren Buchenblätter gelten als entzündungshemmend. So wurden sie früher bei Zahnfleischproblemen zerkaut oder bei Geschwüren als Wundauflagen genutzt.
Im Mai erscheinen die eher unscheinbaren Blüten. Der Laubbaum ist einhäusig; die weiblichen und männlichen Blüten sind auf demselben Baum zu finden.
Im September erscheinen die Früchte in Form von braunen, dreikantigen Buchnüsschen (Bucheckern), welche in einer borstigen Hülle verpackt sind. Die Nüsschen enthalten rund 17 % Öl. Aus 50 kg Buchnüsschen kann man 9 bis 10 Liter feinstes Speiseöl gewinnen. Eichhörnchen und Waldmäuse legen Bucheckerdepots als Wintervorräte an. Jedoch vergessen sie häufig ihre versteckten Früchte, die dann im Frühling auskeimen können.

Standort/Verwendung

Der Laubbaum mag gut durchlässige und nährstoffreiche Böden und verträgt sowohl Sonne wie auch Schatten. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass er in jedem normalen Gartenboden gut wächst.
Die Rotbuche braucht viel Platz, um sich voll entwickeln zu können. Durch ihre Mächtigkeit, Symmetrie und der intensiven Herbstfärbung wird der Laubbaum gerne in Einzelstellung oder als Alleebaum verwendet.
In den Hauenstein Gartencentern sind verschiedenste Sorten der Rotbuche erhältlich, welche eine reichliche Abwechslung in der Verwendung bieten.
Für kleinere Platzverhältnisse eignen sich säulenförmig, schmal wachsende Rotbuchensorten, zwergige Formen oder Sorten mit einer schmalen Wuchsform und hängenden Seitenästen.
Die Rotbuche gibt es auch in rot bis purpurlaubigen Sorten, welche sich im Herbst intensiv rotbraun verfärben.
Einige Sorten unterscheiden sich von der Blattform. So gibt es auch Rotbuchen mit farnartigen oder federförmigen Blättern, welche sehr dekorativ wirken und in Einzelstellung einen schönen Schattenwurf erzeugen.
Die Rotbuche ist eine sehr gute Heckenpflanze für Heckenhöhen von 1 bis 5 m und lässt sich durch einen regelmässigen Schnitt gut in Form halten. Auch können durch gezielte Formschnitte Laubenbögen, ja sogar ganze Heckenlandschaften gebildet werden. Hecken können durchaus mit grün- und rotlaubigen Rotbuchen gemischt angepflanzt werden und bilden einen schönen Kontrast oder ruhigen Hintergrund für bunte Staudenbepflanzungen.
Eine Bauernregel sagt: "Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen". Das trifft nur zu, wenn ein Gewitter naht. Da Buchen tendenziell nicht auf Wasseradern stehen, schlägt der Blitz viel weniger ein. Bei Eichen ist es genau umgekehrt. Aber Achtung! Bauernregel haben wohl einen wahren Inhalt, sind aber nicht hundertprozentig verlässlich!
Das Buchenholz liefert heute ein wichtiges Nutzholz für die Spielzeug- und Möbelindustrie, den Parkett- und Treppenbau. Buchenholz wird als Rundholz und auch als gedämpftes und ungedämpftes Schnittholz verkauft und verarbeitet. Neben Fichten- und Kiefernholz ist das Buchenholz das am meisten verwendete Industrieholz in Europa. Es ist auch ein hervorragendes Brennholz.

Pflege

Die Rotbuche ist ein sehr anspruchsloses Gehölz. Solange genügend Platz für die natürliche Entwicklung des Gehölzes vorhanden ist, ist ein Rückschnitt nicht nötig.
In Form gehaltene Rotbuchenhecken oder Laubenbögen sollen ein- bis zweimal pro Jahr geschnitten werden.

In Solitärstellung macht die rotblättrige Buche (Fagus sylvatica 'Atropunicea') einen 
hervorragenden Eindruck. Die Fernwirkung ist einmalig! 
In Solitärstellung macht die rotblättrige Buche (Fagus sylvatica 'Atropunicea') einen
hervorragenden Eindruck. Die Fernwirkung ist einmalig!
Die Hängebuche präsentiert sich auch im laublosen Zustand im Winter perfekt. Durch die hängenden Äste ergibt sich ästhetisch eine interessante Wuchsform. Foto © PlantaPro 
Die Hängebuche präsentiert sich auch im laublosen Zustand im Winter perfekt. Durch die hängenden Äste ergibt sich ästhetisch eine interessante Wuchsform. Foto © PlantaPro
Säulenformen sind in den heutigen, eher kleineren Gärten immer mehr gefragt. Die 
Goldgelbe Säulenbuche (Fagus sylvatica 'Dawyck Gold') bringt mit ihrer Blattfarbe auch an trüben Tagen Licht in den Garten. Foto © PlantaPro 
Säulenformen sind in den heutigen, eher kleineren Gärten immer mehr gefragt. Die
Goldgelbe Säulenbuche (Fagus sylvatica 'Dawyck Gold') bringt mit ihrer Blattfarbe auch an trüben Tagen Licht in den Garten. Foto © PlantaPro
Es gibt auch kleiner bleibende Sorten. Die gedrungen wachsende kegelförmige 
Blutbluche (Fagus sylvatica 'Purpurea Nana') wird 4 – 5 Meter hoch und hat glänzend dunkelrote Blätter. 
Es gibt auch kleiner bleibende Sorten. Die gedrungen wachsende kegelförmige
Blutbluche (Fagus sylvatica 'Purpurea Nana') wird 4 – 5 Meter hoch und hat glänzend dunkelrote Blätter.
Die dreikantigen Buchnüsschen, auch Bucheckern genannt, sind in einer borstigen Hülle verpackt. Sie sind für Eichhörnchen im Winter eine willkommene Nahrung. Foto © PlantaPro 
Die dreikantigen Buchnüsschen, auch Bucheckern genannt, sind in einer borstigen Hülle verpackt. Sie sind für Eichhörnchen im Winter eine willkommene Nahrung. Foto © PlantaPro
Die Rotbuche (Fagus sylvatica) eignet sich mit den roten oder grünen Blättern hervorragend für Hecken von 1 bis 5 Meter Höhe. Sie lässt sich leicht schneiden.  
Die Rotbuche (Fagus sylvatica) eignet sich mit den roten oder grünen Blättern hervorragend für Hecken von 1 bis 5 Meter Höhe. Sie lässt sich leicht schneiden.

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