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Gemeiner Wacholder – Juniperus communis

Trotz seiner stechenden Nadeln ist der Gemeine Wacholder ein liebenswürdiges Nadelgehölz. Durch seine Varietät an Wuchsform, Wuchsgrösse und Farbe der Nadeln ist das robuste und immergrüne Nadelgehölz sehr vielseitig verwendbar.
Sei es im Garten oder in Gefässen, auf dem Balkon oder der Terrasse, der Gemeine Wacholder bildet einen malerischen Kontrast an jedem Standort. Zudem können seine Beeren bei Reife geerntet und in der Küche zum Würzen von Gerichten verwendet werden.

Herkunft

Der Gemeine Wacholder (Juniperus communis) ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae) gehört. Da das bei uns heimische Nadelgehölz in Europa weit verbreitet ist, existieren für den Gemeinen Wacholder eine Vielzahl von Namen, welche sich teilweise auf seine Verwendung, Eigenschaften oder seinen Standort beziehen. So ist die immergrüne Pflanze auch unter folgenden Namen bekannt: Heidewacholder, Weihrauchbaum, Feuerbaum, Machandelbaum oder Wachtelbeerstrauch.
Das Verbreitungsgebiet des Gemeinen Wacholder erstreckt sich von Europa über Asien bis Nordamerika auf der ganzen, nördlichen Erdhälfte. Das Nadelgehölz kommt bei uns in der Schweiz auf Höhen bis 3000 m vor. 

Aussehen

Der Gemeine Wacholder wächst je nach Sorte als ausladender bis kriechender Strauch oder kleiner, eiförmiger Baum und kann in unseren Breitengraden eine Höhe von 2 bis 3 m erreichen.
Er besitzt stechende, graugrüne Nadeln von 1 bis 2 cm Länge, welche auf der Innenseite einen einzelnen, bereiften, weissen Streifen tragen. Zerrieben duften die Nadeln aromatisch. Sie können grosse Trockenheit ohne Schaden ertragen. Eine einzelne Nadel hat eine Lebensdauer von vier Jahren.
Die unscheinbaren, gelblichen Blüten erscheinen an männlichen wie auch an weiblichen Pflanzen von Ende März bis Anfang Mai.
Aus den bestäubten, weiblichen Blüten entstehen rundliche Beerenzapfen, die im ersten Jahr grün sind und in drei Jahren zu bläulich schwarzen Beeren reifen. Sie sind zum Beispiel für die Drossel eine wichtige Nahrungsquelle. Die Beeren werden getrocknet als Gewürz und Heilmittel sehr geschätzt. Sie enthalten bis zu 30 Prozent Zucker und ätherische Öle, die unter anderem für die Ginproduktion oder zum Würzen von Speisen verwendet werden.

Standort und Verwendung

Dieses anpassungsfähige Nadelgehölz stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden. Er sollte einzig trocken und durchlässig sein. Der Gemeine Wacholder bevorzugt sonnige bis maximal halbschattige Standorte.
Der Gemeine Wacholder wird bei uns gerne als Zierstrauch im Garten wie auch auf Friedhöfen verwendet.
In den Hauenstein Gartencentern sind verschiedene Sorten und auch die Wildform dieses Gehölzes erhältlich, welche sich in Wuchshöhe, Wuchsform sowie in der Farbe der Nadeln voneinander unterscheiden. Unser Fachpersonal gibt Ihnen gerne Auskunft über die einzelnen Sorten und Verwendungsmöglichkeiten. Das robuste Nadelgehölz ist eine sehr vielseitig einsetzbare Pflanze.
Ob in Einzelstellung oder in Gruppen gepflanzt, der Gemeine Wacholder vermittelt Ruhe und Struktur an jedem Standort. Mit seinem hübschen Nadelkleid, den beerenförmigen Zapfen und den verschiedensten Wuchsformen ist das Nadelgehölz eine Zierde, auch auf Terrassen oder Balkonen.
Für kleinere Platzverhältnisse sowie Gefässe eignen sich die kleinwüchsigen Sorten. Auch als Bodendecker sind einige Sorten des Gemeinen Wacholder bestens geeignet.
Das Nadelgehölz ist gut schnittverträglich und lässt sich als Formgehölz gut in Form schneiden. Dabei ist zu beachten, dass der Schnitt jährlich gemacht wird, da nach einem starken Rückschnitt der Austrieb auch mangelhaft sein kann.

Pflege

Der Gemeine Wacholder bedarf keiner grossen Pflege und ist sehr genügsam. So lange seine Standortansprüche berücksichtigt werden, wächst das Nadelgehölz problemlos und entwickelt sich wunderbar.
Übrigens, der Gemeine Wacholder (Juniperus communis) ist nicht die Wirtspflanze des Birngitterrostes und trägt damit auch nicht zur Verbreitung dieses Schadpilzes bei.

Volksglaube und Brauchtum

Der Gemeine Wacholder gehört, neben dem Holunder (Sambucus) und dem Haselstrauch (Corylus), zu den im Volksglauben und Brauchtum wichtigsten Gehölzen in Mitteleuropa.
Das Nadelgehölz spielt in vielen Märchen und Sagen eine magische Rolle.
Schon zur Römerzeit hatte der Gemeine Wacholder eine wichtige Bedeutung. Im Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert wurde die Pflanze einerseits als Todesbaum, andererseits als Lebensbaum definiert. Noch heute findet man auf Friedhöfen viele Wacholderpflanzen als Grabschmuck. Als Todesbaum galten früher angezündete Wacholder als Abwehr gegen Hexentum, Pest und Teufel.
Hingegen als Lebensbaum stellt der Gemeine Wacholder das Symbol der Fruchtbarkeit, Gesundheit und des ewigen Lebens dar.
Uralt ist der Brauch, mit Wacholderzweigen das Haus zu schmücken und den Boden zu bestreuen. Noch heute ist in einigen ländlichen Regionen der Wacholder ein willkommener Schmuck bei kirchlichen Prozessionen. An Weihnachten wurden früher Wacholderzweige über die Stalltüren geheftet, um Hexen fernzuhalten.

Wacholder in der Küche und Medizin

Wacholderbeeren sind noch heute ein wichtiges Gewürz in vielen europäischen Küchen. Am meisten wird die Beere für die Zubereitung von Fleischgerichten und Sauerkraut verwendet. Der Wacholder verträgt sich gut mit Pfeffer, Majoran und Lorbeerblättern. Die Beere sollte unmittelbar vor der Verwendung zerdrückt werden. Wacholderreisig wird heute noch vielerorts zum Räuchern des Fleisches verwendet. Vergoren oder als Auszug liefern die Wacholderbeeren Wacholderschnaps wie zum Beispiel Gin. In Skandinavien werden Wacholderzweige zur Aromatisierung und Haltbarmachung von Bier eingesetzt.
Zerquetschte Wacholderbeeren regen die Nieren und die Verdauung an. Sie wirken stark wassertreibend und fördern die Bildung von Verdauungssäften. Deswegen wird die Beere auch als beliebtes Gewürz, zum Beispiel im Sauerkraut, verwendet.
Das ätherische Öl der Beere wird auf Grund seiner hautreizenden Eigenschaften in Einreibemitteln und Badezusätzen gegen rheumatische Beschwerden und Muskelkater verwendet.
Das Holz des Gemeinen Wacholder ist sehr witterungsresistent und verströmt einen angenehmen Duft. Da es oft nur in kleinen Dimensionen vorhanden ist, wird es vor allem zur Herstellung von Kleinmöbeln, zum Drechseln und zum Schnitzen verwendet.


Diese Pflanze im Hauenstein-Pflanzenshop

Die in dem Artikel beschriebenen Pflanzen können Sie in unseren Gartencentern oder direkt in unserem Pflanzenshop beziehen.

Der Gemeine Wacholder (Juniperus communis) ist einheimisch und in verschiedenen Wuchsformen wild vorkommend, meist aber strauchig aufrecht wachsend. Foto © PlantaPro 
Der Gemeine Wacholder (Juniperus communis) ist einheimisch und in verschiedenen Wuchsformen wild vorkommend, meist aber strauchig aufrecht wachsend. Foto © PlantaPro
Die Nadeln stechen und die Beeren sind essbar und gesund. Sie werden gerne mit einem Braten oder im Sauerkraut mitgekocht. 
Die Nadeln stechen und die Beeren sind essbar und gesund. Sie werden gerne mit einem Braten oder im Sauerkraut mitgekocht.
Die Nadelfarbe ist bei der Sorte 'Gold Cone' ganzjährig und besonders im Sommer goldgelb. Foto © PlantaPro 
Die Nadelfarbe ist bei der Sorte 'Gold Cone' ganzjährig und besonders im Sommer goldgelb. Foto © PlantaPro
Die Sorte 'Green Carpet' ist eine ausgezeichnete, bodendeckende Form des Gemeinen Wacholders (Juniperus communis 'Green Carpet'). Sie lässt sich auch einzeln oder in Gruppen arrangieren. 
Die Sorte 'Green Carpet' ist eine ausgezeichnete, bodendeckende Form des Gemeinen Wacholders (Juniperus communis 'Green Carpet'). Sie lässt sich auch einzeln oder in Gruppen arrangieren.
Der Säulenwacholder (Juniperus communis 'Hibernica') besticht durch seinen kompakten, säuligen Wuchs. Die Nadeln sind graugrün. Foto © PlantaPro 
Der Säulenwacholder (Juniperus communis 'Hibernica') besticht durch seinen kompakten, säuligen Wuchs. Die Nadeln sind graugrün. Foto © PlantaPro
Der flach ausgebreitete, gut verzweigte Wuchs der Sorte 'Repanda' mit dicht übereinander liegenden Ästen ist ein hervorragender Bodendecker. Er kann aber auch einzeln, z.B. in Gefässen gepflanzt werden. Foto © PlantaPro 
Der flach ausgebreitete, gut verzweigte Wuchs der Sorte 'Repanda' mit dicht übereinander liegenden Ästen ist ein hervorragender Bodendecker. Er kann aber auch einzeln, z.B. in Gefässen gepflanzt werden. Foto © PlantaPro

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