Erlenblättrige Felsenbirne – Amelanchier alnifolia

Die erlenblättrige Felsenbirne ist ein sehr anspruchsloser und dekorativer Zierstrauch. Im Vorsommer verwöhnt das frostharte Gehölz unser Auge mit einer überreichen, weissen Blütenfülle, die durch eine essbare und köstlich schmeckende Beerenpracht abgelöst wird. Im Herbst färbt sich die Erlenblättrige Felsenbirne auffallend gelb bis rot und ist mit ihrem wunderschön leuchtenden Herbstkleid einen Hingucker schlechthin. Das Gehölz überzeugt zu jeder Jahreszeit durch seine schlichte Schönheit.

Die unzähligen Blüten stehen in Grüppchen zusammen und sind auch aus der Nähe betrachtet apart.  Foto © PlantaPro
Die unzähligen Blüten stehen in Grüppchen zusammen und sind auch aus der Nähe betrachtet apart. Foto © PlantaPro

Herkunft

Die Erlenblättrige Felsenbirne (Amelanchier alnifolia), auch bekannt unter dem Namen Saskatoon oder Saskatoon-Beere, gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae).
Der Gattungsname Amelanchier stammt aus dem Französischen und leitet sich vom vorrömischen Ausdruck melanca ab. Dies bedeutet so viel wie schwarz und verweist damit auf die schwarzen Früchte des Gehölzes.
Hingegen stammt die Artbezeichnung alnifolia aus dem Lateinischen und bedeutet erlenblättrig. Das Wort leitet sich von alnus für Erle und folius für blättrig ab. Der Name Saskatoon ist die indianische Bezeichnung für den Strauch.
Das natürliche Verbreitungsgebiet der erlenblättrigen Felsenbirne liegt in Nordamerika und reicht vom subarktischen Alaska und dem Norden Kanadas bis nach Kalifornien und Utah im Südwesten der USA. Dort wächst sie in Auen, an Gewässerufern und in artenarmen Wäldern. Die Urform der Erlenblättrigen Felsenbirne ist in der nordamerikanischen und kanadischen Prärie (Grasland) zu Hause.
In Kanada wurden in den letzten 30 Jahren verschiedenste Sorten aus der Urform gezüchtet, die bessere Wuchs-, Blüten- und Fruchteigenschaften besitzen. Sie werden auch bei uns gerne als Zier- und Fruchtgehölz verwendet. 

Aussehen

Das sehr frostharte und laubabwerfende Ziergehölz ist ein Strauch, der je nach Sorte 1.5 bis 4 m hoch wird und eine aufrechte Wuchsform hat.
Die blaugrünen Laubblätter mit kurzem Blattstiel haben eine rundliche bis elliptische Form und sind 2 bis 5 cm lang. Der Blattrand ist zur abgerundeten Blattspitze hin grob gezähnt. Im Herbst verfärbt sich das Laub in ein prächtiges gelb bis rot.
Die cremeweissen, auffallenden und duftenden Blüten mit einem Durchmesser von 1.5 bis 2 cm zeigen sich von April bis Mai in aufrechten, dichten Trauben von 2 bis 8 cm Länge. Sie hüllen den Strauch vollständig in einen Blütenschleier.
Aus den Blüten entwickeln sich kleine, apfelartige, süssliche und saftige Früchte. Sie sind anfangs matt rot und bei Reife purpurschwarz und bereift. Die Früchte sind rund bis eiförmig und haben je nach Sorte einen Durchmesser von 0.8 bis 1.5 cm. Die sehr dekorativen, essbaren Früchte können im Juni geerntet werden. Sie dienen auch Vögeln als Futterquelle.

Standort/Verwendung

Ein frischer und nährstoffreicher Boden an sonniger bis halbschattiger Lage wird vom Ziergehölz bevorzugt.
Die Erlenblättrige Felsenbirne kann in Einzelstellung oder in Gruppen gepflanzt werden. Sie eignet sich für formelle wie auch naturnahe Gärten und schmückt im Gefäss gehalten Balkone und Terrassen. Der Zierstrauch ergänzt Wildobsthecken und setzt mit seiner prächtigen Herbstfärbung Farbakzente in jedem Garten.
Für enge Platzverhältnisse bietet sich die Sorte ‘Obelisk‘ an, welche durch ihre schlanke und straff aufrechte Wuchsform sehr gut geeignet ist.
Die Sorte ‘Smoky‘ wird 3 bis 4 m gross und wird gerne in Einzelstellung verwendet.
Für einen grossen Beerenertrag bietet sich die Sorte ‘Martin‘ an, welche Beeren von bis zu 1.5 cm Durchmesser bildet.

Pflege

Der robuste und pflegeleichte Zierstrauch ist sehr anspruchslos und braucht keine grössere Pflege. Gegebenenfalls kann bei Bedarf ein Auslichtungsschnitt im Herbst oder Frühjahr durchgeführt werden.

Frucht

Die schwarze Beere, auch als Saskatoon-Beere bekannt, schätzten schon die Cree-Indianer als leckeres, schmackhaftes Naschwerk sowie auch als Gesundheitsquelle. Die Beere überzeugt mit einem süssen, aromatischen und an Heidelbeeren erinnernden Aroma und ist direkt ab Strauch essbar.
Aufgrund ihrer vielen, gesunden Inhaltsstoffen galt die Saskatoon-Beere den Indianern als wichtiger Energielieferant, als Gesundheitsquelle. Die Frucht ist sehr reich an Calcium, Eisen und Vitamin C.
Die kanadischen Indianer kennen die Beere schon seit mindestens 3000 Jahren und verwenden sie in ihrer Küche. Seit knapp ein paar Jahren wird sie auf Plantagen in Kanada angebaut und hat mittlerweile auch in der europäischen Küche Einzug gehalten.
Die Beeren eignen sich nicht nur zum Rohverzehr, sondern können auch zu Marmelade, Mus, Kompott, Saft, Wein, Kuchen etc. weiterverarbeitet werden.
Man sagt, dass die Früchte der Felsenbirne (Amelanchier) den Schlaf und die Herzleistung normalisieren, den Blutdruck senken und bei Hals- und Mundentzündungen helfen können.

Die unzähligen Blüten stehen in Grüppchen zusammen und sind auch aus der Nähe betrachtet apart. 
Foto © PlantaPro
Die unzähligen Blüten stehen in Grüppchen zusammen und sind auch aus der Nähe betrachtet apart.
Foto © PlantaPro
Während den Sommermonaten bilden sich kleine Früchte, die süss und saftig sind. Sie sind essbar. Foto © Rohner Reto
Während den Sommermonaten bilden sich kleine Früchte, die süss und saftig sind. Sie sind essbar. Foto © Rohner Reto

Frucht

Schwarze Beeren

Höhe

1,5 bis 4 m

Standort

Sonnig bis halbschattig

Der Blütenreichtum ist bei der Erlenblättrigen Felsenbirne (Amelanchier alnifolia 'Obelisk') einmalig. Vielmals sieht man vor lauter Blüten die Blätter nicht mehr. Foto © PlantaPro
Der Blütenreichtum ist bei der Erlenblättrigen Felsenbirne (Amelanchier alnifolia 'Obelisk') einmalig. Vielmals sieht man vor lauter Blüten die Blätter nicht mehr. Foto © PlantaPro
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