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Staudenmischungen – ein erprobtes Konzept

Die Verwendung von Stauden ist manchmal nicht einfach. Erschwerend kommt hinzu, dass die Pflanzung über zwölf Monate attraktiv aussehen und über Jahre harmonisch funktionieren soll. Letzteres trifft bei den von der "Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften" (ZHAW), Wädenswil erprobten Staudenmischungen zu. Sie sind nach dem Vorbild der Natur aufeinander abgestimmte, dynamische Pflanzungen. Eine Vielzahl an Farben, Strukturen und Texturen bietet Abwechslung zu jeder Jahreszeit. Alle Konzepte haben einen "wiesenartigen" Charakter, wirken abwechslungsreich und interessant.

Prinzip der Mischpflanzung

Die Mischpflanzung (Staudenmischung) ist die einfachste Möglichkeit, eine vielgestaltige und dynamische Staudengemeinschaft zu etablieren. Bei der Bepflanzung werden die Stauden in Gerüststauden (Leitstauden), Gruppenstauden (Begleitstauden), Bodendecker, Streustauden (Pendler) und Zwiebelpflanzen unterschieden. Sie werden unter Berücksichtigung ihrer charakteristischen Wuchseigenschaften in der Fläche angeordnet. Konkret heisst das, dass Gerüststauden und Gruppenstauden eher in der Mitte und/oder im hinteren Teil der Fläche, Bodendecker eher am Rand verwendet werden. Streustauden und Zwiebelpflanzen werden zum Auffüllen von Lücken verwendet. Bei einigen Staudenmischungen werden im ersten Jahr, zur schnellen Bodenabdeckung, einjährige Pflanzen eingesät. Alle Pflanzen zusammen ergänzen sich mit unterschiedlichen ästhetischen Merkmalen, Lebensformen, Wuchshöhen und Ausbreitungsdrang zu einem weitgehend sich selbst regulierendem System. Diese Pflanzkonzepte verbinden Attraktivität mit geringem Pflegeaufwand.
Vom Frühjahr bis zum Spätherbst blühen die Staudenkompositionen in faszinierenden Farben. Und sogar im Winter sorgen interessante Strukturen und Fruchtstände für abwechslungsreiche Aspekte. Durch die Folge von kurz- und langlebigen Stauden entsteht Dynamik über viele Jahre hinweg. Alle Staudenkompositionen eignen sich eher für grössere Flächen (ab 30 m²) und können in Mehrfamilienhausanlagen, öffentlichen Grünanlagen und Privatgärten (Böschungen, Vorgärten, usw.) angepflanzt werden.
Durch die Vielfalt ist der ökologische Aspekt klar grösser, als bei einer Bepflanzung mit einer einzigen oder wenigen Arten. Aus ökologischer Sicht, lässt sich der Vorteil vor allem in der Verwendung von Stauden mit Wildstaudencharakter und in der Art und Weise der Pflege begründen. Durch eine Reduktion der Pflegeeingriffe und durch das Stehenlassen der Pflanzstruktur über das Winterhalbjahr, ergibt sich ein Vorteil für die Fauna. Staudenmischpflanzungen tragen grundsätzlich zu einer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt bei.
Die nie völlig identischen Wuchsbedingungen an verschiedenen Standorten, wie zum Beispiel Boden, Wasser, Nährstoffe, können trotz gleicher Ausgangssortimente zu unterschiedlichen Entwicklungen respektive Vegetationsbildern führen.

Standort und Boden

Staudenmischungen gibt es für jeden Standort, obwohl die meisten eher sonnige Lagen bevorzugen. Dazu ist zu bemerken, dass betreffend die Lichtverhältnisse nicht zu viele Kompromisse eingegangen werden sollten. Mittel- und langfristig würde das der Entwicklung der ganzen Bepflanzung schaden und sie unter Umständen in ein Ungleichgewicht bringen.
Eine wichtige Voraussetzung ist eine gute Bodenvorbereitung. Die Erde muss frei von Wurzelunkräutern, wie zum Beispiel Quecke (Elymus), Winde (Convolvulus) oder Ackerschachtelhalm (Equisetum) sein.
Verdichtete Böden müssen sehr gut gelockert werden. Schwere Böden (Lehmböden) lassen sich mit Sand, Splitt oder feinem Kies auflockern. Dabei ist eine gute Durchmischung sehr wichtig. Das erreicht man am besten mit mehrmaligem, maschinellem Hacken mit einer Bodenfräse. Eine Grunddüngung mit organischem Material, wie zum Beispiel Kompost oder Hornspänen ist nur bei sehr nährstoffarmen Böden (Sandboden) zu empfehlen.

Pflanzung

Die Pflanzung der Stauden erfolgt am besten nach einem festen Schema. Das hat den Vorteil, dass sich die Stauden ihrer individuellen Wuchskraft entsprechend entwickeln können und dass sich später ein harmonisches Bild ergibt.
Zuerst werden die Stauden auf der Fläche ausgelegt. So können noch Korrekturen vorgenommen werden, wenn es gegen den Schluss nicht ganz passt. Dabei werden die Stauden nach der Reihenfolge ihrer Funktion, beginnend mit den Gerüststauden (Leitstauden), ausgelegt.
Wie eine Bepflanzung angelegt werden kann, zeigen folgende Schemas. Für Beete, die von allen Seiten zu sehen sind, wird das Pflanzschema A angewendet. Pflanzschema B ist ein Beispiel, wie Beete, die an einem Zaun, eine Mauer oder eine Hecke grenzen, bepflanzt werden können.

Gerüststauden (Leitstauden): Pflanzabstand ca. 60 cm zu den benachbarten Stauden
A: einzeln in rhythmischer Anordnung über die ganze Pflanzfläche verteilt, nicht an den Rand pflanzen, Ansichtsrichtung beachten, Bild ansehen
B: einzeln, in rhythmischer Anordnung im Hintergrund, Bild ansehen

Gruppenstauden (Begleitstauden): Pflanzabstand ca. 45 cm zu den benachbarten Stauden in Gruppen von 3 – 10 Pflanzen
A und B: über die gesamte Fläche bandartig verteilen, A Bild ansehen und B Bild ansehen

Bodendecker: Pflanzabstand ca. 30 cm zu den benachbarten Stauden.
A: flächig am Rand oder in Bändern in die Pflanzung hinein verteilen, andere Pflanzen umfliessen, Bild ansehen
B: flächig im Vordergrund oder in Bändern in die Pflanzung hinein, Bild ansehen

Streustauden (Pendler): (A und B) einzeln über die ganze Pflanzung verteilen, allfällige Lücken im Innern der Pflanzung schliessen, nicht direkt an den Rand setzen, A Bild ansehen und B Bild ansehen

Zwiebelpflanzen (Geophyten): (A und B) in lockern Tuffs von 10 bis 100 Stück zwischen die anderen Stauden. Die Zwiebeln werden erst ausgelegt, wenn die anderen Stauden gepflanzt sind! A Bild ansehen und B Bild ansehen

Sind alle Stauden verteilt, kann mit dem Pflanzen begonnen werden. Um ein optimales Wachstum zu gewährleisten, sind folgende Punkte zu beachten:

  • Wegen latentem Unkrautbefall sollte die oberste Erdschicht des Topfballens vor der Pflanzung entfernt werden.
  • Wurzelballen lockern, besonders bei starker Verwurzelung
  • Nur feuchte Pflanzen setzen. Ausgetrocknete Topfballen vor der Pflanzung ins Wasser tauchen, damit sie sich vollsaugen können.
  • Bei sommerlicher Pflanzung empfiehlt sich ein Rückschnitt zu grosser Pflanzenteile.
    Zwiebelpflanzen werden in zwei- bis dreifacher Pflanztiefe wie die Zwiebeln dick sind, gepflanzt. Sie werden grundsätzlich im September bis Oktober gepflanzt. Dabei spielt es keine Rolle, dass die übrige Pflanzung bereits früher im Jahr erfolgt ist.
  • Bei verschiedenen Staudenmischungen werden zur schnellen Bodenbedeckung einjährige Pflanzen eingesät. Das geschieht, wenn alle anderen Pflanzen gepflanzt sind.
  • Nach der Pflanzung muss die gesamte Fläche durchdringend gewässert werden. Bei trockener Witterung muss während der Anwachsphase wiederholt bewässert werden.

Pflege

Die Pflegeintensität kann bei optimaler Bodenvorbereitung und plangemässer Umsetzung des Pflanzkonzepts stark reduziert werden. Herkömmliche Staudenpflanzungen und Wechselflor ergeben mindestens den dreifachen Aufwand. Die Pflege der Staudenmischpflanzungen erfordert jedoch gewisse Kenntnisse. Entscheidend ist das zeitgerechte Eingreifen, zum Beispiel Unkräuter ausjäten, bevor sie im Samenstadium sind. Darum empfehlen wir eine kontinuierliche Pflege. Eine Pflege in grösseren Abständen kann zu stärkerem Unkrautdruck führen. Nachfolgend eine Zusammenfassung der wichtigsten Pflegeschritte, welche langlebige Staudenmischpflanzungen ergeben:
In der Anwachsphase, das heisst im ersten Jahr, müssen die Pflanzungen den Bedürfnissen entsprechend gegossen werden. Später soll nur in Ausnahmesituationen zusätzlich gewässert werden. Dabei ist zu beachten, dass besser einmal durchdringend gewässert wird, als nur kurz und öfters.
Eine Düngung in den ersten Jahren ist in der Regel nur bei mageren, sandigen Böden erforderlich. Später wird ein allfälliger Nährstoffmangel im Frühjahr mit einer Gabe Hornspäne oder Kompost ausgeglichen.
In den ersten Monaten nach der Pflanzung ist die Gefahr des Verunkrautens am grössten. Wurzelunkräuter müssen so schnell wie möglich entfernt werden. Dies geschieht idealerweise bei feuchtem Boden mit einer Grabgabel.
Samenunkräuter müssen zwingend vor dem Samenflug gejätet werden. Es darf auf keinem Fall gehackt werden, da Zwiebelpflanzen beschädigt oder zumindest in ihrem Wachstum gestört würden.
Mit wenigen Ausnahmen werden die Stauden in der zweiten Winterhälfte (Februar), das heisst vor dem Austrieb der Zwiebelpflanzen, bodeneben zurückgeschnitten. Grössere Flächen können maschinell, zum Beispiel mit einem Mähbalken oder einer Motorheckenschere geschnitten werden. Das Schnittgut sollte immer von der Fläche entfernt werden. Es kann gut kompostiert werden.
Stauden, die durch ihren Fruchtstand oder ihre Struktur der Pflanzung einen spezifischen Charakter geben, sogenannte «Gerüstbildner», sollen erst im zeitigen Frühjahr respektive bei unattraktivem Aussehen zurückgeschnitten werden. Diese abgestorbenen Pflanzenteile und die winter- respektive immergrünen Pflanzen ergeben ein mischungstypisches Bild während der winterlichen Vegetationsruhe.
Grundsätzlich sind alle ausgewählten Stauden sehr standfest und sie geben sich gegenseitig Halt. Darum müssen sie nicht aufgebunden werden.

Sortiment von Staudenmischungen

Es gibt verschiedene, von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Wädenswil erprobte und optimierte Staudenmischungen. Die meisten sind für sonnige Standorte konzipiert. Die Forschung geht weiter. In den nächsten Jahren werden weitere Staudenmischungen dazu kommen, welche zusätzliche Möglichkeiten im Hausgarten und in öffentlichen Anlagen eröffnen.

Indian Sunset (sonniger, trockener bis frischer Standort)

Charakter:
Diese Staudenmischung bringt den Sommer in den Garten mit ihren leuchtenden Gelb-, Orange- und Rottönen und selbst im Herbst erfreut sie den Betrachter mit ihrer intensiven roten Herbstfärbung. Durch die Verwendung von vielen Gräsern sieht die Pflanzfläche auch noch im Winter attraktiv aus.

Verwendung:
Gut geeignet für öffentliche und halböffentliche Anlagen, Mehrfamilienhausanlagen und Hausgärten auf gehölzfreien, sonnigen Flächen mit mässig trockenen bis frischen Böden ohne Staunässe.

Spezielle Pflegehinweise:
Bodennaher Komplett-Rückschnitt im Spätwinter. Eine Düngung ist bei Trockenstandorten in der Regel nicht notwendig, ansonsten kann ab dem 3. Standjahr mit 40 g/m² Hornmehl gedüngt werden. Der Pflegeaufwand beträgt ca. 8 AK min./m² im Jahr. Es wird empfohlen 4 bis 6 Pflegedurchgänge pro Jahr durchzuführen.

Flyer Staudenmischpflanzung 'Indian Sunset'

Silbersommer (sonniger und trockener Standort)

Charakter:
Durch ein silberblaues Farbenspiel des Laubes und wechselnder Blütenpracht von blauen, weissen und gelben Blüten verzaubert die Mischung sein Publikum zu den verschiedensten Jahreszeiten. Es ist eine sich wandelnde Pflanzenzusammenstellung mit einem naturnahen Charakter. Zu allererst wird die Fläche von Schnellentwicklern eingenommen, die für viel Farbe sorgen, danach werden sie von den langsam wüchsigeren, langlebigen Arten abgelöst.

Verwendung:

Sehr gut geeignet für Problemstandorte sowie öffentliche und halböffentliche Flächen (Hausgärten, Strassenbegleitgrün) auf sonnigen, trockenen Standorten mit mässig nährstoffeichen, durchlässigen Böden.

Spezielle Pflegehinweise:
Bodennaher Komplett-Rückschnitt im Spätwinter, Pflegeaufwand von ca. 8 AK min./m² pro Jahr. Es wird empfohlen 4 bis 6 Pflegedurchgänge pro Jahr durchzuführen.

Flyer Staudenmischpflanzung 'Silbersommer'

Sommerwind (sonniger, trockener bis mässig trockener Standort)

Charakter:
Der Sommerwind ist geprägt durch leuchtende Blüten in weiss, gelb, hellblau und violett. Die strukturbildenden Gräser verleihen der Mischung eine besondere Leichtigkeit.

Verwendung:
Gut geeignet für öffentliche und halböffentliche Anlagen, Mehrfamilienhausanlagen, Hausgärten und Verkehrsteiler (Verkehrsinseln) auf gehölzfreien, sonnigen Flächen mit trockenen bis mässig trockenen Böden ohne Staunässe.

Spezielle Pflegehinweise:
Damit der Winteraspekt noch zur Geltung kommen kann, erst Ende Winter (ab Februar) einen kompletten Rückschnitt durchführen. Eine Düngung ist bei Trockenstandorten in der Regel nicht notwendig, ansonsten kann ab dem 3. Standjahr 40 g/m² Hornmehl im Frühjahr verabreicht werden. Der Pflegeaufwand beträgt ca. 8 AK min./m² im Jahr. Es wird empfohlen 4 bis 6 Pflegedurchgänge pro Jahr durchzuführen.

Flyer Staudenmischpflanzung 'Sommerwind'

Schattenperle (schattiger, mässig, trockener Standort)

Charakter:
Vom Frühjahr bis in den Spätherbst ergibt sich ein harmonisches Blütenbild. Das Frühjahr wird mit Gelb- und Blautönen eingeläutet und mit violett ergänzt. Leuchtende Pastellfarben und kontrastreiche Strukturen sind im Sommer vorherrschend, so dass im Herbst der Staudenknöterich mit seiner kräftigen Farbe einen Indiansummereffekt hervorruft. Auch im Winter ergibt sich ein interessantes Wechselspiel der Strukturen und Samenstände.

Verwendung:
Schattenperle ist eine Mischung aus einer Kleingehölzart, Stauden und Zwiebeln, für einen schattigen Standort, der mässig bis gut mit Nährstoffen versorgt ist. Sehr gut geeignet für die Unterpflanzung von Gehölzbeständen, jedoch möglichst ohne Honigtau. Ebenfalls wenig geeignet ist die Unterpflanzung bei Flachwurzlern wie Rotbuchen, Birken und Weiden. Diese Mischung kann für öffentliche sowie halböffentliche Anlagen, Hausgärten und Verkehrsteiler verwendet werden.

Spezielle Pflegehinweise:
Eine Mindestfläche von 30 m² ist optimal, sonst sollte das Artenspektrum reduziert werden. Der Boden sollte mässig trocken und ohne Staunässe sein und gut mit Nährstoffen versetzt werden. Der Pflegeaufwand pro Jahr beträgt ca. 8 AK min./m².

Flyer Staudenmischpflanzung 'Schattenperle'


Diese Pflanzen im Hauenstein-Pflanzenshop

Die in dem Artikel beschriebenen Pflanzen können Sie in unseren Garten-Centern oder direkt in unserem Pflanzenshop beziehen.

Indian Sunset (sonniger, trockener bis frischer Standort)  
Indian Sunset (sonniger, trockener bis frischer Standort)
Indian Sunset (sonniger, trockener bis frischer Standort)  
Indian Sunset (sonniger, trockener bis frischer Standort)
Silbersommer (sonniger und trockener Standort) 
Silbersommer (sonniger und trockener Standort)
Silbersommer (sonniger und trockener Standort) 
Silbersommer (sonniger und trockener Standort)
Sommerwind (sonniger, trockener bis mässig trockener Standort)  
Sommerwind (sonniger, trockener bis mässig trockener Standort)
Sommerwind (sonniger, trockener bis mässig trockener Standort)  
Sommerwind (sonniger, trockener bis mässig trockener Standort)
Schattenperle (schattiger, mässig, trockener Standort) 
Schattenperle (schattiger, mässig, trockener Standort)
Schattenperle (schattiger, mässig, trockener Standort) 
Schattenperle (schattiger, mässig, trockener Standort)

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